Von der Kulturlandschaft Apuliens sind die charakteristischen und archaisch anmutenden Trulli nicht wegzudenken. Gemeinsam mit dem Castel del Monte gelten sie als Wahrzeichen der faszinierenden süditalienischen Region. Sie gehören hierher wie die jahrhundertealten Olivenbäume und die ehrwürdigen, noblen Masserien der reichen Oberschicht.
Die Trulli dagegen waren einst die Behausungen der armen Landbevölkerung. Zugleich dienten sie der Lagerung von Getreide, Vieh und Gerätschaften. Sie sind vorrangig in der Valle d’Itria beheimatet zwischen den Provinzen von Brindisi, Bari und Taranto. Wenn Sie von Ostuni aus kommend in Richtung Cisternino, Martina Franca, Locorotondo und weiter nach Alberobello fahren, ist die Landschaft nur so von Trulli gespickt.
Sie präsentieren sich als weiß gekalkte Rundhäuser, deren mörtellose, aufeinander geschichtete Kalksteinplatten sich kegelförmig nach oben zuspitzen. Die trullari stellen eine beeindruckende Kunstfertigkeit beim Bau des Daches unter Beweis. Der pinnacolo (meist eine Kugel, ein Kegel oder auch ein Stern) kennzeichnet die Spitze. Die Trulli haben ein ideales Raumklima. Aufgrund der speziellen architektonischen Bauweise mit massiven Mauern und sehr kleinen Fenstern schützen die Trulli im Sommer vor der sengenden apulischen Hitze, so dass es innen angenehm kühl ist und im Winter dagegen vor Regen und Kälte.
Auf den ersten Anblick lassen die Bauten an Zwergenhäuschen in einem Märchen erinnern. Sie sind aber authentisch und strahlen eine sehr eigenwillige Faszination aus, man kann durchaus sagen etwas Mystisches. Dieser Eindruck wird durch ihren bis heute nahezu ungeklärten Ursprung noch untermauert. Auf die Dächer wurden einst christliche, heidnische und magische Symbole gezeichnet. Es gibt allein stehende Trulli, oder in kleinen Gruppen und auch aneinandergereihte Trulli, die bei Bedarf erweitert wurden.
Die Hauptstadt der Trulli ist das reizvolle und aufgrund seiner Einzigartigkeit dementsprechend viel besuchte Alberobello. Der Ortsname (wörtlich „schöner Baum“) stammt aus dem Lateinischen Silva Arboris Belli und bezieht sich auf eine Eiche, die sich einst dort befand, wo heute die Stadt angesiedelt ist. Das sehenswerte, 11.000 Einwohner-Städtchen liegt im Landesinneren der Provinz Bari. In Hügellage eingebettet zwischen Weinreben, Olivenhainen und Mandelbäumen. Das historische Stadtzentrum besteht voll und ganz aus den besonderen, kegelförmigen Rundbauten, rund 1.400 an der Zahl. Durch die Gassen von Alberobello schlendern unzählige Touristen aus aller Herren Länder. Viele Trulli fungieren heute als Souvenirläden, Unterkünfte, Restaurants und Pizzerie. Die pittoreske Altstadt von Alberobello gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO und ist ein Must auf jeder Apulienreise.
Alberobello setzt sich aus den Vierteln Monti und Aia Piccola zusammen. Charakteristisch ist die im Jahre 1927 erbaute Chiesa di Sant’Antonio. Sie liegt am Hügelende des Rione Monti und wurde in der Form eines Trullo erbaut, über dem eine Rosette angebracht ist. Interessant sind auch der Trullo Sovrano aus dem 18. Jh. – der einzige Trullo auf 2 Etagen, der 1930 zum nationalen Baudenkmal ernannt wurde – und der Trullo Siamese, original in seiner Form und einer der ältesten Alberobellos, wenn man der Inschrift Glauben schenken mag, ist er auf das Jahr 1400 zurückzudatieren.
Die Trulli von Alberobello gehen auf das Ende des 15. Jh. zurück und sind ein klassisches Beispiel spontaner Architektur. Man sagt, die besondere Bauart der Behausungen ohne Mörtel wurde unter der Herrschaft der Acquaviva, vom Grafen von Conversano angeordnet. Dieser erlaubte den Bauern nur diese Art von Bauten zu errichten, damit sie nicht als richtige Häuser angesehen werden konnten. So sollte eine vom Königreich von Neapel erlassenen Steuer für jede neu errichtete Siedlung umgangen werden. Diese Bauten wurden als temporär angesehen, die im Falle einer Inspektion einfach und schnell zerlegt werden konnten. Die Trulli sind jedoch alles andere als temporäre Bauten.
Manchmal werden die Trulli in der Valle d’Itria heutzutage noch landwirtschaftlich genutzt, manchmal dienen sie auch als Zweitwohnsitz für die ostunesi, cistranesi oder baresi, insbesondere an Wochenenden oder in den Sommermonaten. Aber es zeichnet sich definitiv ein Trend ab: Diese einzigartigen Unterkünfte werden häufig von Ausländern gekauft, restauriert und als individuelle Ferienwohnungen für den Urlaub angeboten. Heute sind Trulli gefragter denn je. Die Investoren sind in erster Linie Deutsche, Engländer, Franzosen und Belgier (nicht nur für diese Art von Unterkünften, natürlich auch für andere Immobilien auf dem apulischen Markt). Die Trulli mit oftmals großzügigen Grundstücken werden stylisch renoviert und hergerichtet, verfügen über Pool und anderen Annehmlichkeiten. Sie verbinden den traditionellen Charme mit modernem Wohnkomfort; nicht wenige sind auf ein Luxury Level angehoben.
Sie sind eingetaucht in die sanft bewaldeten Hügel der Murgia. Die Valle d’Itria ist die ideale Adresse für Ruhesuchende und Naturliebhaber. Auf den Landgütern der Trulli finden Sie meist schattenspendende Olivenbäume, emporragende Kaktusfeigen sowie Mandel-, Granatäpfel- und Zitronenbäume. Im Freien lässt es sich mit der Familie oder mit guten Freunden genussreich speisen – man denke nur an all die herrlichen apulischen Gaumenfreuden! Oder man sucht sich ein geruhsames Plätzchen, um sich zu entspannen, vielleicht bei einem guten Buch in der Hängematte, und die Seele einfach baumeln zu lassen.
Wenn wir Interesse geweckt haben, Ihre Urlaubstage in Apulien in einem Trullo … einmal anders … zu verbringen, in unserem Portfolio finden Sie einige persönlich für Sie ausgewählte und besondere Trulli, wie beispielsweise den wirklich idyllisch gelegenen Trullo Profumi di Puglia bei Cisternino oder das charmante Anwesen mit Pool Borgo Paradiso zwischen San Michele Salentino und San Vito dei Normanni.








